Frauen in der Politik
Die Emanzipation ist in den letzten Jahrzehnten immer weiter fortgeschritten. In früheren Zeiten gab es Domänen, wo Frauen gar nicht vorzufinden waren. Diese Auswirkungen sind noch heute spürbar. Die Medizin, eine Vielzahl von Handwerksberufen und auch die Politik gehören zu diesen Männerdomänen. Dort sind Frauen immer noch – auch nach Jahren der Frauenbewegung – in der Unterzahl. Jedoch gibt es inzwischen einige, die sich ihren Weg gebahnt haben. Ehrgeizige, erfolgreiche Frauen, die sich in einer von Männern dominierten Branche durchgesetzt haben. Eine Politikerin ist eine Frau, die ein politisches Amt besetzt oder besetzen möchte.
Im Deutschen Bundestag ist die Entwicklung der Politikerinnen langsam vorangeschritten. Im Jahr 1972 lag der Frauenanteil bei 5,8 %. Eine Steigerung erfuhr dieser Wert erst in den 80er Jahren. Dies lag vor allem an den weiblichen Parteimitgliedern der SPD und der Grünen. Insbesondere bei den Grünen liegt die hohe Frauenquote an einer politischen Maßnahme. Die Wahllisten der Grünen werden seit 1986 aufgeteilt – alle ungeraden Listenplätze sind den Frauen vorbehalten, alle geraden Listenplätze sind hingegen für beide Geschlechter zu besetzen. Dadurch hat sich über die Jahre ein Prozentsatz von weiblichen Abgeordneten ergeben, der die 50 % überschritten hat. Knapp dahinter folgen schon die Linken, die ebenfalls über 50 % liegen. Schlusslicht dieser Aufstellung bildet die CDU/CSU mit um die 20 % und dass obwohl sie die Bundeskanzlerin stellen.
Deutschland ist mit dieser Entwicklung jedoch nicht die Ausnahme, sondern eher ein Musterbeispiel. Auch in anderen Ländern dauerte es bis lange, nachdem das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, bevor die Politikerinnen akzeptiert wurden und dementsprechend Einfluss in die Politik nehmen konnten. Das weltweit erste weibliche Kabinettsmitglied kam aus Russland und hieß Alexandra Michailowna Kollontai. Nach der Oktoberrevolution wurde sie Sozialministerin. Im Großteil der westlichen Länder Europas kamen die Frauen erst nach dem Zweiten Weltkrieg in die Politik. Aber auch in der Folgezeit, der Weltkriege, wurde den Politikerinnen nur bestimmte Ämter zugedacht. Insbesondere sind dabei das Gesundheits- und Familienministerium zu nennen. In anderen Ministerien, wie dem Finanz- oder Außenministerium, konnten sich die Frauen erst in den 90er-Jahren etablieren. Inzwischen sind viele Politikerinnen sehr engagiert und haben ebensoviel politischen Einfluss, wie die männlichen Kollegen.